Kolumne Gemeindepräsident: Solidarität

1. Oktober 2026
Liebe Seuzemerinnen und Seuzemer

Gemeinsam etwas möglich machen. Wer sich in seiner Wohngemeinde engagiert, kann etwas bewirken, das allen zugutekommt, und die Freude daran mit anderen teilen. Diese Bereitschaft, über die eigenen Interessen hinaus Verantwortung zu übernehmen, ist Ausdruck von Solidarität. Philosophisch betrachtet gründet sie in der Einsicht, dass wir aufeinander angewiesen sind und füreinander einstehen, auch ohne unmittelbare Gegenleistung. 

Für die Gemeinden in der Schweiz ist diese Haltung unverzichtbar.  Sie trägt unser Milizsystem, belebt die Vereine und prägt die Nachbarschaftshilfe. Dabei reicht Solidarität über den eigenen Bekanntenkreis und die Gemeindegrenzen hinaus. Sie verbindet Menschen, die unterschiedliche Ansichten haben und dennoch füreinander einstehen. 

Wie wichtig dieser Zusammenhalt ist, haben wir diesen Sommer erlebt. Gemäss einer aktuellen Analyse des Rückversicherers Swiss Re erwärmt sich die Schweiz schneller als viele andere Regionen der Welt. Heute erleben wir jährlich rund 10 bis 15 Hitzetage, gegenüber etwa fünf im Jahr 1990. Besonders ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen leiden darunter. Solidarität beginnt hier im Kleinen: Nachfragen, wie es der Nachbarin geht, einen Einkauf übernehmen und auf jene achten, die Hilfe brauchen. 

Hitze kann auch Unwetter begünstigen. Treffen Wärme, feuchte Luft und eine instabile Atmosphäre zusammen, können heftige Gewitter mit Hagel entstehen. Wie verletzlich wir gegenüber solchen Naturgewalten sind, erlebten wir am 28. August, als das schwere Hagelunwetter unsere Gemeinde traf. Schulkinder und Lehrpersonen wurden verletzt, Fahrzeuge und zahlreiche Gebäude erheblich beschädigt. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Familien. 

Zugleich durften wir grosse Solidarität erfahren. Unsere Feuerwehr und unser Gemeindeführungsstab erhielten tatkräftige Unterstützung aus anderen Gemeinden. Diese spontane Hilfsbereitschaft hat mich tief beeindruckt. Ich danke allen Einsatzkräften und allen Menschen, die geholfen und füreinander gesorgt haben, von Herzen. Ihr Einsatz schenkt Vertrauen. Auch in schwierigen Zeiten dürfen wir aufeinander zählen. 

Aufeinander zählen und gemeinsam etwas bewegen. Dazu laden wir auch unsere jungen Erwachsenen ein. Ihre Ideen und ihr Engagement bereichern unser Dorfleben und gestalten die Zukunft von Seuzach mit. Ich freue mich deshalb, am 23. Oktober unsere Jungbürgerinnen und Jungbürger zur Jungbürgerfeier begrüssen zu dürfen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen, was ihnen für unsere Gemeinde am Herzen liegt. 

Ihr Gemeindepräsident
Manfred Leu

Manfred Leu